Technikbegeisterung fährt auf's Land

freiRAUM | mobil

freiRAUM | mobil - Technikbegeisterung fährt auf's Land

Wir haben da mal eine Projektidee!

Zusammenfassung

tl;dr

In der ländlich geprägten Uckermark ergeben sich hohe Anforderungen an die  Mobilität von Familien um jungen Menschen aller Altersgruppen die Teilhabe an Bildungs- und Freizeitangeboten zu ermöglichen. Oft können diese Anforderungen gerade in den Dörfern und Ortsteilen nicht erfüllt werden.

Mit dem Projekt freiRAUM mobil wollen wir diese Benachteiligung überwinden und Technik- sowie MINT-Inhalte durch einen kreativ-innovativen mobilen Makespace uckermarkweit für vor allem Kinder und Jugendliche erlebbar machen. Durch eine entsprechende personelle Ausstattung kann ein regelmäßig aufsuchendes Angebot in den Dörfern und Ortsteilen geschaffen werden. Zudem können so Event- und Schulveranstaltungen im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) unterstützt werden.

Dadurch als auch durch die gewonnene Mobilität und damit verbundene Flexibilität erreichen hochwertige Bildungsangebote auch ländliche Regionen.

Projektbeschreibung

Einführung

DasProjekt freiRAUM mobil ergänzt ein seit drei Jahren sehr gut angenommenes und an 3 Orten stationäres MINT-Projekt "freiRAUM | MINT-Bildung und Makespaces in der Uckermark" durch einen mobilen und kreativ-innovativen mobilen Makespace uckermarkweit über die drei Standorte Angermünde, Templin und Prenzlau hinaus, vor allem in den Dörfern. Der mobile Makespace wird entweder in Form eines KFZ sowie ausgebautem MINT-Anhänger oder in Form eines Kleintransporters realisiert. Die genaue Konzeption und Planung sowie die Abwägung von Vor- und Nachteilen des jeweiligen Ansatzes wird gleich zu Projektbeginn im November 2024 starten. Im Folgenden wird das Fahrzeug/Fahrzeuggestell „MINT-Mobil“ genannt.

Ein MINT-orientiertes Angebot in Brandenburg ist aus verschiedenen Gründen erstrebenswert: MINT fördert Kinder und Judengliche in zentralen Kompetenzen und stärkt sie damit für eine Zukunft, die von technologischem Fortschritt, gesellschaftlichen Veränderungen als auch klimatischen Herausforderungen geprägt ist. Damit stärkt das hier beantragte Projekt Fertigkeiten und Fähigkeiten, die Kinder und Jugendliche benötigen, um ihre Zukunft zu gestalten (OECD Lernkompass 2030). Trotzdem sinken die Qualitäten von MINT-Aktionen laut einer Umfrage von MINT vernetzt von 2023. Zudem werden auch in Schule und Studium immer weniger MINT-Bereiche belegt (MINT-DataLab, 2021). Das Projekt freiRAUM mobil wirkt mit einem außerschulischen und freiwilligen Angebot diesem Trend entgegen.

Insbesondere ist es eine Möglichkeit für technisch und wissenschaftlich interessierte Kinder und Jugendliche ein auf sie ausgerichtetes Angebot wahrzunehmen und sich mit gleich Interessierten über ihren Wohnort hinaus zu vernetzen. Dass das funktioniert, zeigen Sport und Kunst. Die bisherigen stationären Angebote des freiRAUM belegen diese Wirkung über Robotik-Wettkämpfe und eigene größere Technik-Veranstaltungen hinaus.

freiRAUM

Im Projekt "freiRAUM | MINT-Bildung und Makespaces in der Uckermark", ebenfalls durchgeführt vom Angermünder Bildungswerk e.V. und gefördert vom Landkreis Uckermark, haben junge Menschen ab etwa 10 Jahren die Möglichkeit sich mit technischen Aspekten unserer zunehmend digitaler werdenden Welt auseinander zu setzen. Das Projekt findet in den Städten Angermünde, Templin und Prenzlau statt. Die Kinder und Jugendlichen lernen naturwissenschaftliche Kenntnisse sowie technische und handwerkliche Fähigkeiten durch praktische Tätigkeiten sowie Experimentierräume. Mit Begeisterung lernen die Besuchenden beispielsweise (Lego-)Robotern zu bauen und zu programmieren, 3D-Modelle zu konstruieren, elektronische Steuerungen zu konzeptionieren und den Umgang mit den modernen Medien als Konsumierende, aber auch als Produzierende. Ebenso wird auf Brücken zu weiteren Disziplinen eingegangen. Hervorzuheben ist hier das Feld der Bionik (Biologie und Technik) durch die AG von freiRAUM „Spicken erlaubt“, die die Kinder und Jugendliche für die Strategien und Mechanismen der Natur und Umwelt sensibilisiert und diese auf technische Errungenschaften zu übertragen und so sehr animiert, lösungsorientiert zu forschen.

Dabei stehen ihnen in verschiedenen technischen und naturwissenschaftlichen Gebieten erfahrene Mentor*innen zur Seite, die ihre Interessen identifizieren und dann gezielt fördern. Ebenso haben sich im Laufe der Projektlaufzeit engagierte Ehrenamtliche bereit erklärt, das Projekt wöchentlich durch ihre Expertise zu unterstützen. Es werden sowohl Wissen vermittelt als auch Erfahrungen geteilt, ebenso wird aber auch das Selbstlernen und das eigene Recherchieren von Informationen unterstützt. Besonders hervorzuheben gilt das offene Format des Projektes, welches einerseits einen partizipativen Ansatz fördert, ebenso lernen junge Menschen Widerstandfähigkeit gegen Falschinformationen, sie leben die Erfahrung von Unterstützung sowohl als Empfangende ebenso wie Gebende und daraus resultierend die Rollen in einer solidarischen Gesellschaft. Ganz nebenbei finden Berufsorientierung und die Vermittlung von im Arbeitsleben so wichtigen Fähigkeiten, wie soziale Kompetenz und Teamwork statt.

freiRAUM mobil - Die Idee

Das Projekt freiRAUM mobil erweitert das oben vorgestellte Projekt durch einen mobilen Makespace in Form eines Fahrzeuges (Transporter) oder KFZ mit entsprechendem Anhänger. Durch die große Flexibilität ist das Mobil uckermarkweit, bis in den tiefen ländlichen Raum einsetzbar und kann so MINT-Angebote für Jugendliche öffnen, die die bisherigen Angebote aufgrund der nicht ausreichenden öffentlichen Anbindung ihrer Heimatorte schlecht erreichen können. Dadurch werden neue und innovative Strukturen im ländlichen Raum gestärkt und geschaffen. Aufgrund von Mobilität benachteiligte Kinder und Jugendliche werden chancengleich in für sie konzipierte Aktionen einbezogen. Um das Angebot zuverlässig und regelmäßig stattfinden zu lassen, wird es einen im Voraus veröffentlichten „Tourenplan“ des MINT-Mobils über die gesamte Projektlaufzeit geben, um dadurch gut geplant verlässliche MINT-Angebote an gezielten Orten durchzuführen.

Zusätzlich schafft das Projekt freiRAUM mobil die große Chance Schulen im MINT-Bereich zu unterstützen und zu ergänzen. So kann das Mobil auf dem Schulhof oder zu Schulveranstaltungen eingesetzt werden und Schülerinnen und Schüler einladen, aktiv mit Spaß und kompetenter Betreuung Technik und Naturwissenschaften zu erlernen.

Das freiRAUM mobil wird ebenfalls mit erneuerbaren Energieerzeugern ausgestattet, die zum einen dazu beitragen sollen, die mobile Infrastruktur möglichst autark betreiben zu können als auch als Anschauungsbeispiel und Experimentierfeld für interessierte Menschen zu dienen. Dabei denken wir an Photovoltaik, Solarthermie, Windenergie und Wärmeerzeugung mittels erneuerbarer Energieträger und Akkumulatoren als Energiespeicher. Dieses soll auch die alternative Energienutzung der zu wählenden Fahrzeugvariante unterstützen.

Umsetzung

Inhaltlich wird das freiRAUM mobil stark angelehnt an das bereits stattfindende Projekt freiRAUM gefüllt werden. Dort werden auf kleinem Raum effektiv viele verschiedene MINT-Angebote zu finden sein, die für Kinder und Jugendliche nutzbar und bespielbar sind.

Im MINT-Mobil wird es mehrere Arbeitsplätze geben, die individuell und flexibel je nach Kompetenz und Interessensgebiet des Teilnehmenden gestaltbar sind. Durch den vielseitigen Einsatz wird der Experimentier-Ort Teilnehmenden gerecht angewandt. Zu den Inhalten des MINT-Mobils gehören unter anderem: 3D-Drucker, Lötstationen, CNC-Technologien, Robotik-Elemente (z.B. Lego-Robotik) sowie (Mikro-) Elektronik-Angebote. Ergänzend wird die zum Teil dafür notwendige Hardware, Laptops und Tablets, zur Verfügung stehen und so auch der Bereich Programmierung abgedeckt. Weiter wird es Medien unterschiedlicher Art geben, um Video-, Bild-, aber auch Tonaufnahmen eigenständig produzieren zu können. Zusätzlich wird das MINT-Mobil mit einem Reparatur-Set ausgestattet sein, das eine Ausweitung der angebotenen Aktionen zulässt.

Neben den oben genannten Bildungsmaterialien werden für eine Erweiterung des Experimentier-Ortes auch Tische und Bänke, sowie Sonnenschutz (z.B. Markise, Sonnensegel) für Draußen-Aktionen vorhanden sein. Um die nötige Sicherheit zu gewährleisten, werden alle für das Fahrzeug/Fahrzeuggestell notwendigen Auflagen durch Feuerlöscher, Erste-Hilfe-Koffer gewährleistet. Ebenso auch durch dafür weitergebildetes Personal.

Die Umsetzung der wöchentlich stattfindenden Angebote laut Veranstaltungskalender in der Uckermark, kann durch Zusatz-Aktionen, die bereits im Projekt freiRAUM erfolgreich erprobt wurden, ergänzt werden. Dazu zählt unter anderem ein (mobiles) Reparaturcafé. Diese Angebote können je nach Nachfrage flexibel gestaltet werden. Ebenso bietet sich die Chance für Menschen, die selbst Kompetenzen und Fähigkeiten im MINT-Bereich haben und einbringen wollen, das Projekt durch ihre persönliche Expertise mit zu gestalten. Diese Möglichkeit bietet die Chance ehrenamtliche und technik-begeisterten Menschen eine Plattform zum Austausch, Lernen und Lehren und Basteln zu bieten. Weiter wird das MINT-Mobil auf Stadt- und Dorffesten sowie thematisch passenden Veranstaltungen wie beispielsweise die MakerFaire in Schwedt präsent sein.

Durch das Forschen und Experimentieren entsteht eine vielfältige Palette von Kompetenzförderungen für die Teilnehmenden. Dazu gehört eine wachsende Medienkompetenz, die für den Alltag als auch das Berufsleben unerlässlich wird. Neben und auch durch die fachlichen Kompetenzen bestärkt das Projekt Kinder und Jugendliche sehr in ihrer Sozialkompetenz als auch Resilienz und ihrer Selbstwirksamkeit, der durch den sehr partizipativen Ansatz des Angebots unterstützt wird.

Planung und Konzeption

Für die Umsetzung des Projektes ist 1,0 Personalstelle geplant, die sich nach Kapazitäten und Kompetenzen der ausführenden Persone(n) aufteilen werden. Die Durchführung durch zwei Personen bietet die Chance, ein zuverlässiges (Vertretungsoption) sowie durch die damit verbundene gegenseitige Unterstützung ein qualitativ hochwertiges Programm zu gewährleisten. Für alle Geräte ist es unerlässlich ausreichend und vor allem sichere und transportfähige Vorrichtungen zu haben. Ebenso wird es 5 Forscher- bzw. Arbeitsplätze im Fahrzeug/Anhänger geben, die durch 10 weitere Plätze im Freien ergänzt werden können, die durch die betreuende Person ausreichend betreut werden können. Der Einsatz des MINT-Mobils wird sich je nach Jahreszeit unterscheiden. Der Sommer lässt sich durch die Wetterlage sehr viel flexibler gestalten als die kalte Jahreszeit, so können Aktionen und einige handwerkliche Arbeiten auch im Freien stattfinden. Im Winter werden die Angebote entsprechend kleiner bzw. auf einige Geräte begrenzt ausfallen.

Nach Projektbewilligung und erfolgreicher Stellenausschreibung und -besetzung soll das Projekt innerhalb von 6 Monaten starten. Mit den besetzten Personalstellen soll die Konzeption und Planung des Mobils sowie die Planung eines Tourenplans durch die Uckermark stattfinden. Hierzu gehört die Kontaktaufnahme zu Schulen und außerschulischen Akteuren als auch die Kommunikation und Organisation des Unternehmens für den Ausbau des Mobils sowie die dazugehörige Konzeption und Anschaffung der Inhalte.

Auch und vor allem die Schulferien werden in der Planung berücksichtig. In den Ferien ist es für Kinder und Jugendliche durch den reduzierten ÖPNV-Plan noch schwieriger, an außerhalb des Wohnorts angebotenen Freizeitaktivitäten teilzunehmen. Dieses Projekt wirkt dieser Hürde entgegen.

Erwartete Wirkung

Trotz des offenen Angebots für alle Menschen setzt das Projekt vor allem auf die Kinder- und Jugendarbeit und die Stärkung derer Kompetenzen. Des Weiteren wird eine wachsende Offenheit und ein wachsendes Verständnis von Kindern und Jugendlichen als auch deren Eltern und der Öffentlichkeit (z.B. Ehrenamtsengagement) gegenüber Technik- bzw. MINT-Angeboten erwartet. MINT-Fähigkeiten fördern Kinder und Jugendliche neben fachlichen Qualitäten, Verständnis für Naturwissenschaften zu erlangen, die sie für die zukünftige Arbeitswelt qualifizieren als auch im täglichen Leben von Bedeutung sind. Durch die Erfahrung von Selbstwirksamkeit als auch gemeinschaftlichem Arbeiten stärkt das Projekt die Teilnehmenden in Sozialkompetenzen und fördert dadurch eine zukunftsfähige und demokratische Gesellschaft. Innerhalb der Aktionen entstehen Gruppen von kollegial assoziierten Kindern und Jugendlichen, die in einem Umfeld gegenseitiger Hilfe und Wertschätzung unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Kultur das Erfahren und den Umgang mit Technik ebenso lernen, wie die Verantwortung, die damit einher geht, spezielle Dinge besser zu verstehen als viele Menschen. Ein Kind oder eine jugendliche Person, die ein Thema zu einem gewissen Grad durchdrungen hat wird ermuntert das eben Gelernte neuen Interessierten am selben Thema zu vermitteln. Genauso werden die jungen Leute dazu angehalten, in offenen Werkstätten und Reparaturcafés ehrenamtlich zu unterstützen und so Gemeinwohl orientiert zu handeln. Sie werden sensibilisiert, dass die Erfahrungen, die sie machen dürfen von der Gemeinschaft ermöglicht werden und daher ein Zurückgeben nur fair ist.


Quellen

MINT-DataLab: https://mint-vernetzt.shinyapps.io/datalab/, abgerufen am 25.01.2024

MINT-Stimmungsbarometer (2023) – Wie steht es um die MINT-Bildung in Deutschland: https://mint-vernetzt.de/static/d8ac11c4e97eadcd27ee365c4b040cfa/MINT_Simmungsbarometer2023.pdf, abgerufen am 25.01.2024

OECD Lernkompass 2030 (2019): https://www.siemens-stiftung.org/wp-content/uploads/medien/publikationen/publikation-bildung-oecdlernkompass2030.pdf, abgerufen am 25.01.2024

freiRAUM | mobil - Technikbegeisterung fährt auf's Land wird noch nicht gefördert

Wir sind auf der Suche nach einer Fördermöglichkeit, um dieses Teilprojekt umzusetzen und freuen uns über Hinweise auf entsprechende Fördermöglichkeiten oder die Kontaktaufnahme durch interessierte Fördermittelgeber.